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De: Hey, die Stimme kenn' ich doch
Okay, du siehst dir also eine ausländische Produktion an. Du machst dir nicht die Mühe wie manche Film- oder Serienfreaks, das Ganze im Originalton zu sehen, und Untertitel lenken dich nur von der Handlung ab, also siehst du die deutsche Synchronisation. Und eine Sache fällt dir auf – entweder schleichend oder schlagartig: Die Stimmen, die du da hörst, kommen dir ziemlich bekannt vor. So ähnlich wienote  bei bestimmten Schauspielernnote , aber nur mit dem Ton als Referenz und häufig aus einem Munde kommend, aus dem man diese Stimme nicht erwartet hätte.

Im englischsprachigen Raum beschränkt sich diese Trope praktisch ausschließlich auf animierte Produktionen, weil Zeichentrickfiguren keine eigene Stimme haben. Die meisten Filme und Serien, die eine Rolle spielen, kommen sowieso aus Hollywood und sind somit von vornherein englischsprachig. Ab und an wird vielleicht mal eine britische oder australische Produktion für den US-Markt in American Englisch synchronisiert, weil der durchschnittliche Ami für zu blöd gehalten wird, britisches oder australisches Englisch zu verstehen. Fremdsprachige (manchmal sogar britische) Produktionen werden gleich in Hollywood komplett neu gedreht, weil gerade die Amis es nicht gewohnt sind, daß Dialoge und Lippenbewegungen mal verschieden sein können. Kleinere Länder mit eigener Sprache wie etwa Dänemark synchronisieren auch eher weniger, insbesondere Produktionen fürs Fernsehen gehen da im Originalton mit Untertiteln über die Mattscheibe.

Im deutschsprachigen Raum sieht die Sache schon wieder ganz anders aus. Allein Deutschland hat schon 80 Millionen Einwohner, dazu kommen noch Nachbarländer, die deutsche Synchronisationen mitbenutzen. Relativ wenige Menschen hier verstehen gesprochenes Englisch, noch dazu von Muttersprachlern, wenn nicht gar mit Akzent, also kein lupenreines Schulenglisch. In den Fünfzigern, als ausländische Produktionen verschärft nach Deutschland zu schwappen begannen, sah es mit Englischkenntnissen noch magerer aus, weil man Englisch damals ganz einfach kaum brauchte. Einen so riesigen Markt mußte man nie mit Untertiteln abspeisen, da lohnte sich von vornherein eine Synchronisation. Außerdem gibt es in Deutschland mittlerweile eigene Trickproduktionen von Marionetten und Handpuppen bis hin zu 2D- und 3D-Animation. Auch da braucht man Synchronsprecher.

Was aber angesichts der Fülle an Synchronproduktionen aus deutschen Landen auffällt, ist, daß bestimmte Stimmen immer und immer wieder zu hören sind. Zum einen liegt das daran, daß es immer nur eine relativ begrenzte Auswahl an Synchronsprechern gab, die auch für Hauptrollen gut genug waren, denn der Beruf des Synchronsprechers ist nicht so attraktiv, wie als Schauspieler berühmt zu werden. Zum anderen bekommen natürlich bestimmte Schauspieler immer wieder denselben Synchronsprecher. Die Kombination beider Faktoren führt dazu, daß häufig ein guter Synchronsprecher abonniert ist auf etliche große Filmstars, was seinen Wiedererkennungswert durch ständiges Gehörtwerden aus dem Munde verschiedenster Schauspieler weiter steigert. Mehr noch, wenn er eine Charakterstimme ist.

Gleichzeitig aber assoziieren die meisten Menschen mit einer Synchronstimme, die sie hören, eher einen bestimmten Schauspieler als den Namen des Synchronsprechers dahinter, weil es im Gegensatz etwa zu den USA keinen so großen Kult um bestimmte Sprecher gibt. Daher hier mal eine kleine Liste berühmter deutschsprachiger Synchronsprecher mit einem hohen "Hey, die Stimme kenn' ich doch"-Faktor:
  • Arne Elsholtz. Wenn es nach Tom Hanks klingt, ist er es. Er spricht beispielsweise auch Bill Murray in den meisten Filmen. Einer der alten Garde, der sich schon zum Synchronproduzenten hochgearbeitet hat. Ein Hyperakteur vor dem Herrn, wenn's drauf ankommt.
  • Manfred Lehmann. Wenn es nach Bruce Willis klingt, ist er es. Selbst dann, wenn man eigentlich Gérard Depardieu sieht oder eine eigentlich gar nicht so Badasse Praktiker-Werbung im Radio hört.
  • Thomas Danneberg. Bei kaum jemandem denkt man häufiger: Hey, die Stimme kenn' ich doch, nicht obwohl, sondern weil er so wandlungsfähig ist. Somit hat er auch nicht den einen Schauspieler, "nach dem" er klingt, sondern etliche. Terence Hill, John Travolta, Dan Aykroyd, sowohl Arnold Schwarzenegger als auch Sylvester Stallone, und als John Cleese darf er mal richtig den Hyperakteur raushängen lassen.
  • Wolfgang Völz. Er ist ein Beispiel für Hey, die Stimme kenn' ich doch ohne Synchro, denn er war schon zu Edgar Wallace-Schwarzweiß-Zeiten (und auch wieder in der Wallace-Parodie Der Wixxer) persönlich auf der Leinwand zu sehen. Ansonsten kennt man ihn unter anderem als Walter Matthau, Mel Brooks und Kaeptn Blaubaer. Kann sehr glaubwürdig Jiddisch einstreuen.
  • Dessen Sohn Benjamin Völz ist abonniert auf eher coole Figuren und deren Darsteller wie Charlie Sheen, Keanu Reeves und David Duchovny.
  • A propos cool: Wenn einer cool kann, dann ist das Christian Brückner, Spezialist für Altstars mit Badass-Faktor wie Robert de Niro, Jean Reno und Alain Delon.
  • Tommi Piper. Wird seit den Achtzigern bombenfest mit ALF assoziiert, die Rolle, die ihm seinen Kultstatus einbracht. Somit klingen auch Mr. Floppy und der Wüstenrot-Fuchs nach ALF. Deswegen hört man ihn nicht sehr häufig.
  • Lothar Blumhagen, die deutsche Stimme von Roger Moore, hört man übrigens auch in ALF, und zwar als die deutsche Stimme von Max Wright.
  • Eckhard Dux ist besonders als Stimme von Michael Caine bekannt.
  • Klingt es brummelig, ist es oft Wolfgang Hess, die häufigste deutsche Stimme von Bud Spencer.
  • Der wohl berühmteste Brummbaß in der deutschen Synchronwelt war aber Edgar Ott, besonders bekannt durch etliche Hörspiel- und Trickrollen. So war er immer Benjamin Bluemchen, lange Zeit Earl Sinclair und dreimal Obelix. In den drei Disney-Filmen Das Dschungelbuch, Aristocats und Robin Hood zeigte er eine ganz andere Seite – und sein Gesangstalent. Real sprach er beispielsweise Telly Savalas in Kojak.
  • Als König der Synchronsprecher galt Arnold Marquis. Seine markant-rauhe Stimme lieh er vor allem John Wayne, aber auch Kirk Douglas, Robert Mitchum, Charles Bronson und vielen anderen. In einigen frühen Westerns mit Bud Spencer sprach er auch diesen.
  • Ein aus dem Trickbereich bekannter Sprecher ist auch Donald Arthur (z. B. Kent Brockman, Chefkoch).
  • In eine ganz andere Richtung geht Santiago Ziesmer, heutzutage am bekanntesten als Sponge Bob Schwammkopf. Schon vorher hat er z. B. Steve Buscemi synchronisiert. Er ist auch die Stimme von Ren Hoek, Vegeta, und Ferkel.
  • Oliver Feld ist Stimpy, Noah Wyle, Zarbon, und Jerry Seinfeld.
  • Gerd Duwner ist unsereins am ehesten im Ohr als Ernie aus der Sesamstrasse, er sprach aber auch Danny DeVito und Barney Geröllheimer.
  • Nachdem er Eddie Murphy gesprochen hat, war Randolf Kronberg ziemlich auf entsprechende Figuren abonniert. Er hatte aber noch andere Sachen drauf als das Motormouth mit Kieksern.

Siehe auch: Hey Den Kenn Ich Dochnote  (wenn ein notorischer Nebendarsteller immer wieder in Produktionen auftaucht), Rollen Assoziationnote  (wenn Schauspieler ständig mit einer oder wenigen bestimmten Rollen assoziiert werden).


Beispiele:

Realfilm
  • Siehe die Liste in der Tropenbeschreibung.
  • In Die Geister Die Ich Rief ist Bill Murrays Figur Francis X. Cross (zumindest die meiste Zeit) ein so unglaublicher Kotzbrocken, daß die Zynikerstimme Arne Elsholtz' gar nicht gepaßt hätte. Jetzt spricht ihn Manfred Lehmann.
  • Lehmanns Paradeschauspieler Bruce Willis wiederum wird in Stirb Langsam 3 ersatzweise von Thomas Danneberg gesprochen.
  • Danneberg-Ausnahmen: In den ersten zwei Rocky-Filmen wird Sylvester Stallone von Jürgen Prochnow synchronisiert. In Judge Dredd stehen die beiden übrigens gemeinsam vor der Kamera.
  • Dan Aykroyd bekommt seine deutsche Stimme in My Girl Meine Erste Liebe auch nicht von Thomas Danneberg, sondern von Wolfgang Hess.
  • Selten treffen die ganz Großen an obskurerer Stelle aufeinander wie in der Mad Mission-Reihe: Arne Elsholtz spricht Samuel Hui (Sam), Thomas Danneberg spricht Carl Maka (Kodijak). Und die Dialoge klingen noch dazu wie aus Rainer Brandts Feder.
  • In Neunzehnhunderteinundvierzig Wo Bitte Gehts Nach Hollywood sehen wir Lionel Stander, besonders bekannt als Max in Hart Aber Herzlich. Er klingt aber nicht wie sonst wie John Wayne (Arnold Marquis), sondern wie Walter Matthau (Wolfgang Völz).
  • A propos Arnold Marquis: Ausgerechnet in Otto – Der Außerfriesische steht John Waynes Stimme ein letztes Mal vor der Kamera, nämlich als Baron von Platt, der sich von Otto mit einem Goldstift handbemalte Zinkeimer als Sektkühler aus adligem Vorbesitz andrehen läßt.

Trickfilm
  • Elsholtz-Fans sei Der Polarexpress empfohlen. Der Film ist mittels Performance Capturing gedreht, und die meisten Charaktere werden von Tom Hanks gespielt. So bleibt es tatsächlich nicht aus, daß zwei Figuren (nämlich der Schaffner und der Landstreicher) von Arne Elsholtz gesprochen werden. Die beiden sind aber nur in einer Szene gleichzeitig zu sehen und reden auch nicht miteinander.
    • Bei der Gelegenheit sei erwähnt, daß die Stimme des singenden Wichtels am Ende tatsächlich kein Geringerer ist als Steven Tyler von Aerosmith.
  • Stichwort Sänger als Synchronsprecher: Die noch verbliebenen Originalmitglieder von Torfrock spielen beide in den Werner-Filmen mit – Leadsänger Klaus Büchner als Werner, zweiter Leadsänger (und Sänger von Torfrocks größtem Hit "Volle Granate, Renate") Raymond Voß als Präsi und in Das muß kesseln! als Günzelsen. In letzterem Film hören wir auch Martin Semmelrogge als Shorty Möchtegroß.
  • Die Astérix-Filme sind dafür bekannt, daß auch bei Hauptfiguren von Film zu Film die Sprecher gewechselt werden. Eine der konstantesten Stimmen ist noch Wolfgang Völz als Majestix. Als Asterix selber hört man Leute von Hans Clarin, bevor dieser als Pumuckl zum Kultsprecher wurde, bis hin zu den Comedybarden Frank Zander und Jürgen von der Lippe. Obelix wiederum variiert vom brummeligen Edgar Ott über Günter Strack, dem die Rolle auf den Leib geschneidert schien, bis zu Wolfgang Hess, der Obelix ziemlich anders spielt als Bud Spencer.
    • In Asterix bei den Briten tritt als Teefax Chris Howland auf. Ausgerechnet in diesem Film wird Majestix nicht von Wolfgang Völz gesprochen. Die spielen nämlich beide in Neues vom Wixxer mit.
  • In Basil Der Grosse Maeusedetektiv wurde Edgar Ott in eine eher ungewöhnliche Rolle gecastet, nämlich als deutsche Stimme von Vincent Price (Professor Rattenzahn).
  • Otto Waalkes hat sich mittlerweile auch mehrfach als Trickfilmsprecher betätigt, und zwar für Disney als Miniaturdrache Mushu (Mulan) und für DreamWorks als Faultier Sid (Ice Age).
  • In Disneys Hercules hat man uns ganz ohne groß Aufhebens Til Schweiger als Hercules untergejubelt.
  • Daß Peer Augustinski Robin Williams synchronspricht, ist ganz normal, aber in Disneys Aladdin wird er zum Meta-Synchronsprecher des Djinni, den Robin Williams im Original spricht.
  • Marge Simpson wurde zuerst von Elisabeth Volkmann, und seid ihrem Tod von Anke Engelke gesprochen - beide ja jeweils schon vor dieser Synchron-Rolle durchaus keine Unbekannten in der deutschen Fernsehlandschaft.


Held hat BSODDe/Legendäre TropenHo Yeah

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