Wer schläft, verliert!
Ist ein Werk...
- für Kinder gedacht
- aber nicht dafür gedacht, Kinder zu erschrecken
- trotzdem in der Lage, Kinder zu erschrecken
...dann sind Sie hiermit stolzer Besitzer einer Tankfüllung
Alptraum-Treibstoff!
Alptraum-Treibstoff, auch wenn er nicht so hochexplosiv ist wie
Extrastarker Alptraum-Treibstoff, ist ein Gemisch aus Szenen in Sendungen, die du als Kind geschaut hast und die dir das Fürchten gelehrt haben,
obwohl das gar nicht geplant war. Sogar
Erwachsenen kann man mit diesen Szenen den spitzen Schrei eines kleinen Schulmädchens entlocken - und das obwohl die Szene eigentlich lustig, unterhaltsam und
vielleicht ein ganz kleines bisschen gruselig sein sollte.
Für kleine Kinder ist die Medienlandschaft ein wahres Minenfeld von solchen Auslösern. Momente voller
Alptraum-Treibstoff finden sich einfach überall, von Grundschul-Kinderaufführungen bis hin zu Werbung für Bier.
Die Liste von Inhaltsstoffen, aus denen sich Alptraum-Treibstoff zusammensetzen kann, setzt sich wie folgt zusammen:
- Puppet, Animatronics, Knetanimation oder computeranimierte Charaktere, die niedlich sein sollten, aber aussehen, als seien aus den höllischen Tiefen des Gruseltals entsprungen.
- Surreale Animationen, die Naked Lunch wie einen Glücksbärchis-Film wirken lassen.
- ''Heftige Slapstick Gewalt, wenn Charaktere beispielsweise von einer Dampfwalze überrollt werden und so flach wie eine Briefmarke sind. Vielleicht findest du es lustig, aber schau dir dieselbe Szene mal mit den Augen eines Sechsjährigen an.
- Grausame Transformationen. Auch wenn man schon ahnt, dass der Charakter höchstwahrscheinlich wieder in seine ursprüngliche Form am Ende der Folge zurückverwandelt wird, schützt einen das doch nicht vor dem Trauma, die schmerzhafte, gruselige Metamorphose mitanzusehen.
- Traumsequenzen, die die Ausrast-Szenen aus Fear and Loathing in Las Vegas wie eine gemütliche Folge von Mister Rogers Neighborhood dastehen lassen.
- Viele, viele Urängste wie zum Beispiel davor, gefressen zu werden (
oder noch schlimmer:
bei lebendigem Leibe gefressen zu werden), Angst davor, physisch oder mental verletzt zu werden oder das plötzliche Auftauchen von
furchteinflößenden Kreaturen und Geräuschen.
- Plötzlicher Wechsel im Stil zwischen Live-Action, traditioneller Animation, computeranimierter Animation oder Knetanimation, besonders wenn der Wechsel ohne Vorwarnung geschieht und dann plötzlich so schnell wieder weg ist, wie er gekommen ist.
- Zuzusehen, wie jemand solange zusammengeschlagen wird, bis er dem Tod wesentlich näher als dem Leben kommt.
- Unheimlich präsentiertes Essen, das auch noch mit einem spricht.
- Eigentlich alles rund um Augen: Zum Beispiel Eye Screams oder Kreaturen mit viel zu vielen Augen. Wenn überhaupt.
- Schlagende Herzen, besonders dann, wenn sie es garnicht mehr sollten. Vergleiche hierzu auch Szenen in einer lebendigen Kreatur, idealerweise wenn diese besonders widerlich oder mutiert ist.
- Clowns, nicht nur die richtig üble Sorte.
- Unbeabsichtigte Scare Chords.
Nicht immer wird
Alptraum-Treibstoff für Kinder unheimlich sein, nicht immer müssen alle obig aufgelisteten Inhaltsstoffe ihre fürchterliche Wirkung entfalten: Immerhin ist jeder etwas anders drauf und Horror ist genauso subjektiv wie eine Komödie. Für die einen Kinder ist es ganz klar
Alptraum-Treibstoff, für die anderen glasklar die
absolut geilste Szene im ganzen Streifen! Einige Kinder haben schöne Erinnerung an
Seid Bereit aus
Der Koenig Der Loewen und werden bei der Szene fröhlich gegluckst und gekichert haben.
Vielleicht suchen einige ja sogar extra nach dem, was andere als
Alptraum-Treibstoff verachten. Wenn dem so ist, bist du vielleicht ein
Alptraum-Fetischist. Des einen
Alptraum-Treibstoff kann des anderen
Fetisch-Treibstoff sein.
Alptraum-Treibstoff kann sich auch erst mit der Zeit entwickeln, wenn man erst nach Jahren der Erfahrung das eigentliche Grauen begreift. Dies ist eine Variante von
Pinkelpausen Horror.
Hier
gibt es (auf Englisch) eine ausgezeichnete Diskussion über das Phänomen und seine möglichen psychologischen Wurzeln auf
The Onion A V Club.
Der Tropen-Name stammt von der englischen Trope "Nightmare Fuel". Diese hat ihren Namen wiederum der Phrase "Good Old-Fashioned Nightmare Fuel" (
"Guter, altmodischer Alptraum-Treibstoff") entlehnt. Mike und die 'bots haben den Begriff mindestens dreimal in
Mystery Science Theater 3000 verwendet, um Trauma-verursachende Anblicke und Objekte aus Filmen, die danach aussehen, als seien sie für Kinder gemacht worden, entlehnt (Der Vollständigkeit halber: Die betreffenden Filme waren der unheimlich gruselige
Santa Claus, Roger Cormans
The Undead, und eine Szene aus dem ansonsten albernen Film
The Incredibly Strange Creatures Who Stopped Living And Became Mixed-Up Zombies!!?).
Interessanter Weise gibt es oft eine Überlagerung von
Traurigen Momenten und
Fetisch-Treibstoff (Wir
denken lieber nicht weiter drüber nach). Kontraste hierzu gibt es unter
Nightmare Retardant und
Hyperakteur. Wenn dich das Matreial sogar krank macht, hast du gerade
Brechreiz-Treibstoff* getankt.
Siehe auch:
BEVOR IHR BEISPIELE HINZUFÜGT: Alptraum-Treibstoff ist subjektiv, muss nicht immer Sinn ergeben, und Beispiele werden auch nicht bewertet. Trotzdem solltet ihr eure Wahl immer begründen. Was genau fandet ihr oder andere alptraumhaft? ist es tatsächlich Alptraum-Treibstoff oder doch nur einfach widerlich? Beispiele aus Sendungen, die nicht von Kindern gesehen werden sollten, zählen nicht sofort als Beispiel für Alptraum-Treibstoff.
Also, dreht eine frische Lampe ins Gewinde und macht euch auf eine stürmische Nacht voller Spuk und schlotternder, weicher Knie gefasst. Die Zeit ist reif für...
Beispiele: