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De: Adaptionsverfall
Der langsame, nun, Verfall einer fiktiven Welt und der Figuren, die in ihr leben, während das Werk eine Odyssee durchmacht: Vom ursprünglichen Buch über den Film, den Fernsehfilm, die Fernsehserie, das Videospiel und wer weiß was für Medien noch. Mit demselben Ergebnis, als wenn man von Fotokopien einer Kopie weitere Kopien macht.

Jeder Schritt weg vom Original bringt dies mit sich. Wenn die Beteiligten vorsichtig sind, kann der Adaptionsverfall minimiert werden, und die Adaptionen bleiben relativ werkgetreu. Wenn das nicht der Fall ist, wirken Buch und Fernsehserie wie zwei komplett verschiedene Werke, die zufällig ein paar Namen gemeinsam haben.

Adaptionsverfall lässt sich oft nicht vermeiden, wenn ein gedrucktes Werk verfilmt werden soll. Es gibt eine Faustregel, die besagt, dass eine Seite im (Dreh-)Buch einer Minute im Film entspricht. Wenn also ein 800-Seiten-Buch verfilmt wird, muss es Kürzungen geben, um das Werk einigermaßen auf Spielfilmlänge zu bringen. Manchmal ist es zwar möglich, dreißig Buchseiten (vor allem von visuellen Beschreibungen) auf ein paar Sekunden im Film zu kürzen, aber es bleibt doch der Nachteil, dass die Zuschauer eine Szene im Kino nicht einfach mehrmals anschauen können, anders als die Leser, die jederzeit zurückblättern können. Wenn dann auch noch ein scheinbar unwichtiges Detail bei der Verfilmung unter den Tisch fällt, kann das Endergebnis für Leute, die das Buch nicht kennen, sogar komplett unverständlich werden.

Viele verschiedene Probleme können an Adaptionsverfall schuld sein: Ein schlecht koordiniertes Autorenteam (wie schreibt man überhaupt zusammen eine Geschichte?), Einmischung von oben durch inkompetente Chefs, die trotzdem überall mitreden wollen, oder die Beschränkungen eines Mediums allgemein. Dann kommt in Hollywood oft noch dazu, dass eine Geschichte einfach nach Los Angeles verlagert wird, um in der näheren Umgebung filmen zu können, auch wenn das nicht empfehlenswert ist, weil die Umgebung Teil der Geschichte ist.

Noch eine andere Art von Adaptionsverfall kommt vor, wenn ein Werk angepasst werden soll, um "mehr wie <neulich erfolgreicher Film>" zu sein.

Animes leiden oft unter Adaptionsverfall, was daran liegt, dass sie eher zensiert werden als die Mangas oder Videospiele, auf denen sie basieren. Bestes Beispiel: Wenn Sexszenen entfernt werden. Manchmal kommt es auch vor, dass Charaktere komplett entfernt, oder neu hinzugefügt werden.

Wenn Animes im Western gezeigt werden, kann es bei der Übersetzung / Synchronisierung weiteren Verfall geben. Japanische Namen werden durch westliche ersetzt, Dialoge werden geändert, oder sogar komplette Geschichten herausgeschnitten.

Manchmal kommt bei dem Adaptionsverfall ein Werk heraus, das zwar an sich gut ist, aber mit dem Original nichts mehr zu tun hat.

Beispiele:

  • Ein Beispiel ist die Flanderisierung von Doktor Watson in den Sherlock Holmes-Geschichten zu einem Trottel, obwohl er in den Büchern ein kompetenter Arzt ist und sich auch in vielen anderen Gebieten besser auskennt als Holmes selber.
  • Einige James Bond-Filme basieren auf Büchern von Ian Fleming, die sehr wenig mit den Filmen zu tun haben.
  • Disney-Filme sind berüchtigt dafür. Manche setzen den Adaptionsverfall nur fort, der bereits mit den ursprünglichen Märchen begonnen hatte. Bestes Beispiel: Die Kleine Meerjungfrau, die im Original definitiv kein Happy-End bekam. Und Gesangsnummern kamen auch in keinem Original vor. Oder süße Tiere als Begleiter der Hauptfigur.
  • Ein klassisches Beispiel wäre Das Phantom Der Oper. Jede neue Filmversion seit dem ursprünglichen Stummfilm hat neue Änderungen hinzugefügt. Die größte: Das "Phantom" hat sein Aussehen durch einen Unfall erhalten, und war nicht von Geburt an so.
  • Die Verfilmung von Die Zeitmaschine aus dem Jahr 2002 ist ein extremes Beispiel. Nicht nur eine, sondern zwei Liebesgeschichten wurden in den Plot eingebaut; der Mond der Erde wird nebenbei zerstört; und der satirische Ansatz des Buchs fällt komplett weg. Wenn die Eloi so kompetent sind (anders als im Buch), warum wehren sie sich nicht gegen die Morlocks?
  • Die Verfilmung von Der Zauberer von Oz von 1939 ist oft kritisiert worden - v.a. weil sich die Geschichte am Ende als Traum entpuppt - aber die früheren Adaptionen für Theater und Film waren oft noch extremer. z.B. die Theaterversion (von L. Frank Baum selbst!), in der die Böse Hexe des Westens komplett wegfällt.
  • Van Helsing aus Dracula war im Buch ein Professor und Experte für seltene Krankheiten, der glücklicherweise in der Lage war, ein Vampiropfer zu erkennen. In vielen späteren Werken ist er ein professioneller Monsterjäger.
  • Roald Dahl war so unzufrieden mit der verfilmung von Hexen Hexen, dass er mit dem Megaphon vor den Kinos die Leute dazu aufrief, den Film nicht anzuschauen.
  • Dune ist bislang noch nie wirklich werktreu verfilmt worden.
  • Der Erfolg bei der Verfilmung von Stephen King-Büchern schwankt. Manche sind gut (wie Misery), manche gehen so, und manche wie Shining sind ein eigenes Problem: Viele mögen Kubricks Version, aber King selbst war der Meinung, dass es mit seinem Buch nicht sehr viel zu tun hat. Der extremste Fall ist Der Rasenmähermann, der mit dem Buch praktisch nichts mehr gemeinsam hat.
  • Nach der nicht sehr geglückten Verfilmung durch Ralph Bakshi machten sich viele Leute Sorgen, wie Peter Jacksons Verfilmung von Der Herr der Ringe werden würde, und die Meinungen sind immer noch geteilt, wenn auch eher positiv.
  • I, Robot hatte außer den Namen der Charaktere (und einer kurzen Erwähnung der Roboter-Gesetze) kaum etwas mit den SF-Geschichten von Isaac Asimov gemeinsam. Ursprünglich war der Film nicht einmal auf den Geschichten basiert, aber das Studio hatte die Rechte erworben und klatschte dem Film einfach den bekannten Namen drauf.
  • Ein seeehr altes Beispiel: Im ursprünglichen Mythos von Medea werden ihre Kinder von anderen getötet. In dem bekannteren Theaterstück von Euripides allerdings tötet sie sie selber, nachdem sie von ihrem Mann (und Vater der Kinder) betrogen wird.
  • Frankensteins Monster war im Buch durchaus intelligent und wollte sich an seinem Schöpfer rächen.
  • Die Harry Potter-Filme, speziell ab Nummer 3. Hat mit der angesprochenen Länge der Bücher zu tun.
  • Johnny Mnemonic war eine sehr gute SF-Kurzgeschichte, aus der ein schlichtweg beschissener Film wurde.
  • Die meisten Verfilmungen usw. von Gullivers Reisen behandeln nur die ersten zwei (nach Liliput und ins Land der Riesen) von vier Reisen, oder sogar nur die erste. Das Buch heißt "... Reisen", nicht "... Reise"!
  • Shrek basiert auch auf einem ziemlich unbekannten Buch, in dem ein grüner Oger, ein Esel, ein Drache und eine Prinzessin vorkommen, das aber sonst nichts mit dem Film gemeinsam hat. Vor allem keine Seitenhiebe gegen einen gewissen Disney-Chef.
  • Und dann gibt es auch noch den Film Adaption (von dem Being John Malkovich-Autoren), in dem es speziell um Probleme bei Adaptionen von Büchern geht (hier mit dem Buch "Der Orchideendieb").

  • In dem Film V Wie Vendetta ist V ganz eindeutig ein romantischer Freiheitskämpfer. Im Comic ist er eindeutig wahnsinnig, und der Autor deutet an, dass Großbritannien zwar eine faschistische Diktatur ist, aber deren Zerstörung auch das Ende der letzten Bastion der Menschheit auf einer Erde nach dem Atomkrieg bedeutet.
  • Wieder ein Comic von Alan Moore: Besser, wir reden nicht über den Film von Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen.
    • Das gleiche gilt für den Catwoman-Film.
  • Es gibt eine Verfilmung von Tim Und Struppi, in der Kapitän Haddock kein Alkoholiker ist, sondern Schlafmittel in seinem Kaffee verabreicht bekommt und deswegen nicht ganz nüchtern handelt.
  • Ein deutsches Beispiel: Gibt es irgendwen, der die Realszenen in dem ersten Werner-Film mag?

  • In der Serie Blossom wurde Adaptionsverfall deutlich dargestellt: Aus der Idee von Nick, "Rosie" (eine Serie so ähnlich wie Blossom selber), wurde durch Einmischung von oben eine Detektivserie mit Schimpansen...

  • Die Super Mario-Fernsehserie, mit Realfilm-Elementen. Und über den Kinofilm reden wir besser nicht.
  • Die Sonic the Hedgehog-Serie soll nicht viel besser gewesen sein.
  • Ebenso die Serie basierend auf The Legend of Zelda.
  • Oder die verschiedenen Street Fighter-Adaptionen. Der Film mit Jean-Claude van Damme war wenigstens So schlecht, dass es schon wieder gut ist.
  • ALLE Videospielverfilmungen von Uwe Boll.

  • Das Anime Das Wandelnde Schloss hat nicht mehr sehr viel mit dem Buch von Diana Wynne Jones gemeinsam. Ja, es gab ein Buch.
  • Wenn es nach dem Willen der Firma Toon Makers gegangen wäre, hätten wir eine Sailor Moon-Serie...
    • mit Realfilm-Elementen, gemischt mit klassischem Zeichentrick und CGI;
    • mit politisch korrekten Darstellerinnen, inklusive einer schwarzen Sailor Senshi und einer im Rollstuhl;
    • die mit einer Art Windsurfbrett zum Mond segeln. Ja, es heißt Sailor Moon, aber trotzdem...

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